Vollkornbrot mit Chia Samen Ein Brot nach diesem Rezept

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Brot backen

Ich bin auf das selber-Backen gekommen, weil ich nach dem Genuss von Brot aus dem Supermarkt oft unter Bauchschmerzen litt. Mit den wesentlich teureren Produkten eines Bio-Bäckers passierte das jedoch nicht. Außerdem kann ich Staub und Pollen neuerdings ohne Allergie-Blocker ertragen, seit ich selber backe. Ich glaube, dass der entscheidende Unterschied im höheren Zeiteinsatz und dem Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe liegt.

Rezept

1. Sauerteig

Den Sauerteig musst du am Tag vor dem Backen aus diesen Zutaten vorbereiten:

Rühre die Zutaten mit einem Löffel zusammen, so dass ein dicker Brei entsteht. Dieser soll locker abgedeckt an einem warmen Platz 10 bis 24 Stunden lang zu einem fluffigen Sauerteig heran reifen.

2. Hauptteig

Gebe folgende Zutaten in eine große Schüssel:

Löse die Hefe im gezuckerten Wasser auf und warte ab, bis sie schäumt oder sprudelt (≈ 15 Minuten).

Während dessen kannst du schon mal den Topf mit Margarine einfetten und einen Esslöffel vom Sauerteig als Anstellgut aufbewahren. Mische 4 gehäufte Esslöffel Mehl (≈ 80 g) unter den restlichen Sauerteig, damit es dessen Feuchtigkeit aufnimmt.

Wenn die Hefe schäumt, kommen folgende Zutaten in die große Schüssel:

Forme daraus eine feste Kugel, die du 5 Minuten lang kräftig durch knetest. 15 bis 30 Minuten Pause.

Knete die beiden Teige zusammen. Danach soll er im Topf mit Deckel an einen warmen Platz ruhen, bis er mindestens das doppelte Volumen erreicht hat (≈ 2 Stunden).

Backe das Brot im Topf mit Deckel 50 Minuten bei 190 °C.

Weitere Informationen

Über den Sauerteig

Sauerteig gibt dem Brot ein leckeres Aroma, macht es bekömmlicher und länger haltbar - ungefähr eine Woche.

Die Hefe-Pilze und Milchsäure-Bakterien im Sauerteig scheiden Gase aus, die den Teig auflockern (siehe Wikipedia). Dabei werden Bestandteile vom Mehl zersetzt, die wir nur schlecht verdauen können. Im Prinzip kann man Sauerteig auch aus Weizen und Dinkel herstellen, aber die Variante aus Roggen schmeckt am besten.

Um Sauerteig herzustellen, gibt man Anstellgut (das die gewünschten Mikroben enthält) in einen Roggenteig und wartet einen Tag. Die Mikroben vermehren sich dann, wobei sie den ganzen Teig in einen Sauerteig verwandeln.

Anstellgut

Anstellgut ist Sauerteig. Wenn man ein Brot mit Sauerteig backt, bewahrt man einen Esslöffel davon als Anstellgut für das nächste Brot auf. Mit einem Esslöffel Mehl und etwas Wasser gefüttert kann es eine Woche im Kühlschrank lagern. Der Behälter darf nur locker (nicht luftdicht) verschlossen werden.

Neuen Sauerteig ohne Anstellgut herstellen

Wenn du kein Anstellgut bekommen kannst, musst du dir den ersten Sauerteig selbst heran züchten. Das dauert eine Woche. Die dazu nötigen Bakterien und Pilze befinden sich in Vollkorn Mehl und in der Raumluft. Du brauchst einen Behälter mit mindestens 1 Liter Volumen. Er soll die ganze Woche lang nur locker abgedeckt werden, und an einem warmen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen.

Gebe jeden Tag 50 g Vollkorn Roggenmehl und 50 ml warmes Wasser in den Behälter. Der Teig soll dickflüssig sein, so dass man ihn mit einem Löffel gut umrühren kann.

Ab dem dritten oder vierten Tag entwickelt der Teig einen sauren Geruch (wie bei Essig). In den Tagen danach bläht er sich zu einem Schaum auf. Dann ist er fertig. Es macht nichts, wenn der Schaum wieder zusammen sackt.

Achte dabei auf makellose Hygiene, denn du willst dir keine schädlichen Bakterien heran züchten. Wenn sich die Farbe plötzlich verdunkelt, Schimmel-Flecken entstehen, oder ein Geruch nach faulen Eiern oder Furz entsteht, ist der Teig auf jeden Fall verdorben. Versuche es dann nochmal, am besten mit einem anderen Vollkorn Roggenmehl.

Verarbeitungstipps

Die von angegebenen Zeiten und Mengen sind nur Richtwerte. Es handelt sich um Naturprodukte deren Eigenschaften ganz natürlich wechselhaft sind. Mache den Teig nicht zu feucht, denn dann klebt er lieber an allen Oberflächen fest, anstatt einen knetbaren Ball zu bilden. Der Effekt ist bei Roggen besonders stark.

Das Kneten ist wichtig, weil sich dadurch der Klebstoff Gluten aus dem Getreide löst, was den Teig elastisch macht. Zu wenig gekneteter Teig kann die Luftblasen nicht festhalten, er geht daher schlecht hoch. Teig knetet man mit bloßen Händen, mit einer Knetmaschine oder einem robuster Handmixer. Beachte die maximale Belastbarkeit der Maschine gemäß Bedienungsanleitung. Nicht jeder Mixer eignet sich für Brot-Teig. Wenn du mit den Händen kneten willst, dann drücke die Kugel immer wieder flach und falte sie zusammen.

Bei der Verarbeitung ist eine Teigkarte aus Plastik sehr hilfreich. Du kannst damit den Teig kneten und die Arbeitsfläche sauber kratzen. Klebrigen Teig bekommt man ganz einfach mit einer angefeuchteten Teigkarte aus Schüsseln heraus geholt.

Die Hefe bläht den Brot-Teig innerhalb von 1-3 Stunden mindestens auf das doppelte Volumen auf, mit etwas Glück sogar auf das dreifache Volumen. Länger warten bringt nichts. Viel Salz im Teig hemmt die Wirkung der Hefe, während Zucker förderlich ist. Bei mir scheiterte das Hoch-Gehen oft an zu hoher Temperatur. Es kann aber auch an abgestorbener Hefe liegen. Offenbar passiert das bei Bio-Hefe häufiger, als bei der normalen Hefe.

Zum Hochgehen und Backen verwende ich einen 20 cm Topf mit Emaille Beschichtung und Griffen aus Eisen (Plastik würde schmelzen). Der Topf muss innen mit Margarine eingefettet werden, sonst klebt das Brot fest. Butter eignet sich weniger gut, Diät-Margarine gar nicht.

Der Teig geht an einem warmen Ort hoch, damit meine ich 20 bis 35 °C. Nicht mehr, weil sonst die Bakterien absterben. Im Winter eignet sich ein Platz nahe am Heizkörper. Auch die Glühlampe im Backofen taugt als sanfte Wärmequelle. Direkte Sonneneinstrahlung ist hingegen keine gute Idee.

Brot braucht beim Backen anfangs einen schnellen Temperaturanstieg. Da mein 4 kW Gas-Ofen verdammt schnell aufheizt, kann ich auf das Vorheizen verzichten. Wenn dein Ofen weniger Leistung hat, heize ihn besser vor. Man backt Brot ohne Umluft.

Falls das Brot nach dem Backen im Topf fest hängt, warte einfach ein paar Minuten. In der Regel löst es sich beim Abkühlen von selbst.

Varianten

Das obige Rezept ist eine solide Grundlage für zahlreiche Varianten. Für den Hauptteig eignet sich Weizen-, Dinkel- und Roggen-Mehl in beliebigem Mischungsverhältnis. Reis- und Mais-Mehle taugen nur in geringen Anteilen, da sie kein Gluten enthalten.

Brot aus 100% Weizen ist frisch gebacken besonders fluffig, aber schon am nächsten Tag schmeckt es nicht mehr gut. Roggen kann Wasser und Aroma besser speichern. Die Typ-Nummer auf der Packung gibt an, wie viele Milligramm Mineralstoffe in 100 g Mehl enthalten sind. Je größer die Zahl, umso härter aber auch Geschmackvoller wird das Brot. Probiere ruhig mal teure Vollkorn-Mehle aus, teilweise schmeckt man den Unterschied deutlich.

Du kannst eine Tasse Samen zum Hauptteig geben: Chia (bindet viel Wasser), Quinoa, Mohn, Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Haferflocken, Hanf, Sesam.

Was auch gut geht: Rosinen, Paprika-Stückchen, geröstete Zwiebeln (mein Favorit), 1-2 Bananen, geriebende Karotten, geriebende Kartoffeln.

Probiere Gewürze aus: Kümmel, Anis, Fenchel-Samen, Koriander, Rosmarin, Soja Soße, Rübensirup (statt Zucker), Sesam-Öl (statt Sonnenblumen-Öl)

Bei feuchten Zutaten entsprechend weniger Wasser verwenden. Du kannst das Wasser durch dunkles Bier ersetzen.

Mache dich vor dem Experimentieren aber zuerst mit dem Grund-Rezept vertraut, bis das einige male hintereinander zuverlässig klappt. Bei feuchten Zutaten musst du die Menge Wasser entsprechend reduzieren.

Fotos von Varianten:

Zwiebelbrot Mit Chia Samen In Sesam gerollt Strudelbrot freigeschoben

Das Strudelbrot ist so entstanden: Anstatt die beiden Teige gründlich miteinander zu verkneten, habe ich den Hauptteig wie eine Pizza flach gedrückt und dann den Roggenteig darüber verteilt. Dann habe ich die "Pizza" zusammen gerollt und hoch gehen lassen.

Freigeschoben backen

Roggenbrot freigeschoben Roggenbrot freigeschoben

Wenn man Brot ohne Topf backt, bildet sich eine schönere aromatische Kruste. Dazu brauchst du einen Gärkorb (mit oder ohne Tuch), dessen Innenflächen großzügig mit Mehl bestäubt sind.

Bereite den Teig wie oben beschrieben zu. Knete ihn allerdings länger, etwa 10 Minuten. Danach soll der Teig in einem Gärkorb ruhen und hoch gehen.

Lege Backpapier auf das Ofenblech und kippe den Laib darauf. Stelle eine Schüssel heißes Wasser mit in den Ofen und backe das Brot 50 Minuten bei 190 °C.

Aus dem gleichen Teig kannst du 16 Brötchen formen. Die Backzeit beträgt nur 25 Minuten.

Saures Brot

Saures Brot ohne Hefe Saures Brot ohne Hefe

Das saure Brot wird ausschließlich von Sauerteig hoch getrieben, ohne Zusatz von Hefe. Es ist saftiger, als die anderen Varianten.

Bereite den Sauerteig wie oben beschrieben zu. Dann rühre folgende Zutaten mit einem Löffel oder Mixer dazu:

Das Ergebnis ist ein relativ nasser Teig, der nicht geknetet werden muss.

Lasse den Teig in einem eingefetteten Topf zu Ende reifen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (≈10 Stunden). Achtung: Der so aufgeschäumte Teig ist stoß-empfindlich!

Backe das Brot im Topf ohne Deckel 50 Minuten bei 190 °C.