Speichert Windows geheime Daten im NTFS?

Auf dieser Seite erkläre ich, warum Windows einige Gigabytes vom Speicherplatz versteckt.

Windows belegt auffällig viel Platz

Die Installations-Datenträger von Windows 10/11 sind ungefähr 5 GB groß. Wer die übliche Kompressionsrate gängiger Software kennt, würde von einem frisch installierten Windows erwarten, dass es etwa 10 GB1 belegt. So war das bei den ersten Windows 10 Versionen auch tatsächlich. Aber die Versionen von 2025 belegen mindestens 16 GB1. Was stellt Windows mit dem Speicherplatz an?

  1. Zusätzlich legt Windows für den Ruhezustand und Schnellstart eine Datei namens hiberfil.sys an, die so groß wie das RAM des Computers ist. Man kann sie mit dem Befehl powercfg /hibernate off deaktivieren.

Schwierige Analyse

Da der Explorer die Größe von Verzeichnissen nicht korrekt anzeigen kann, wich ich auf andere Programme aus. Eins davon war WinDirStat, welches eine sehr schöne grafische Übersicht anzeigt. Doch auch in dessen Ausgabe fehlten schätzungsweise 6 GB. Durch Analyse des Inhaltsverzeichnisses war nicht heraus zu bekommen, welche Dateien die vermissten 6 GB belegen.

Mir fiel auf, das der Befehl chkdsk viel mehr freien Platz meldete, als der Explorer:

Dadurch kam ich auf folgende Idee:

Ein riskanter Test

Ich habe unter Windows so viele Dateien angelegt, wie es maximal zulässt. Schließlich zeigte der Explorer ungefähr 0 Bytes frei an. Danach habe ich Linux gestartet, womit ich ohne Tricks weitere 6 GB hinzufügen konnte. Es schien also so, als ob die 6 GB doch frei sind.

⚠️ Aber danach konnte Windows nicht mehr starten! Auch nicht, nachdem ich den Platz wieder frei machte.

Online hatte ich zunächst keine vernünftige Erklärung für das Verhalten gefunden. Daher drängte sich mir der Verdacht auf, Windows würde eine Menge geheimer Dateien ablegen, ohne sie ins Inhaltsverzeichnis einzutragen. Das wäre ein Skandal gewesen. Ist es aber nicht.

Der wahre Grund

Windows reserviert unmittelbar nach der Installation 6-7 GB Speicherplatz, um sicher zu stellen, dass es vernünftig funktioniert. In den Windows Einstellungen wird es gut versteckt angezeigt. Ich zeige mal den Weg dorthin:

Darunter ist ein Link zur offiziellen Erklärung. Mit dem richtigen Begriff "reserved storage" findet man viele weitere Erklärungen.

Weitere Erkenntnisse

Bei meinen Untersuchungen habe ich folgendes heraus gefunden:

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